Auch die Mutter hat Geburtstag

geschrieben von Schwester M. Gertraud Beha und Gabriele Rubner

Am 8. September feiern wir das Fest Mariä Geburt, das auch Kleiner Frauentag genannt wird. Es hat seine Ursprünge im Orient. Wahrscheinlich ist es aus dem Kirchweihfest der St.-Anna-Kirche am Teich Bethesda in Jerusalem hervorgegangen, die am überlieferten Wohnort von Marias Eltern errichtet wurde, der auch als Geburtsort Mariens gilt.

Laut der Legende aus dem Protoevangelium des Jakobus war es Marias Eltern, Anna und Joachim, lange Zeit nicht vergönnt, Kinder zu bekommen. Zu der damaligen Zeit stellte solch ein Umstand innerhalb der jüdischen Gesellschaft eine große Schande dar. Joachim wurde deshalb eines Tages beim Vorhaben, dem Herrn ein Opfer darzubringen, des Tempels verwiesen. In seiner Verzweiflung und Trauer soll er sich zurückgezogen haben. Ihm und seiner Frau Anna soll beim Gespräch mit Gott ein Engel erschienen sein, der dem bereits betagten Paar verkündete, es würde eine Tochter »voll der Gnade« bekommen. Und so soll Anna Maria empfangen haben, die ohne Sünde war und Mutter Gottes werden sollte.

Maria steht an der Stelle, an der ein kleiner und unbedeutender Mensch „Ja“ gesagt hat für das Heil der gesamten Menschheit, für sich und für uns. Marias „Ja“ zu Gottes Herausforderung war eine Voraussetzung dafür, dass das wichtigste Ereignis in der Heilsgeschichte zustande kam: Gott ist Mensch geworden.

Das abgebildete Ölgemälde „Anna unterweist Maria“ (Ausschnitt) passt gut zum Fest Mariä Geburt. Es stammt aus unserer ehemaligen Schwesternstation in Tennenbronn. Die seltene Darstellung zeigt Maria als Kind mit ihrer Mutter Anna. Am linken unteren Bildrand wachsen Lilien (die Blume Mariens), am rechten Bildrand eine Kaktuspflanze. Beide Blumen zusammen symbolisieren Freude und Leid. Die Erdbeeren auf der Wiese sind ebenfalls ein Symbol für Maria, da sie zur selben Zeit Blüten und Früchte trägt. Maria gilt zugleich als mater et virgo (Mutter und Jungfrau).

Die Freiburger Künstlerin Krescentia Stadler malte das Bild 1851. Sie besuchte als eine der ersten Frauen um 1828 die Kunstakademie in München. Weitere ihrer Werke befinden sich in den Kirchen St. Johannes der Täufer in Schwerzen, St. Johannes Baptist in Oppenau und in St. Leodegar in Schliengen.



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